Wertvolle Behandlungszeit effizienter machen

Im Interview mit der PIP spricht Dr. Ralf Rauch, Geschäftsführer von Nobel Biocare Deutschland – Österreich – Schweiz, über unsere Produktneuheiten, die allesamt auf die Verkürzung der Behandlungsdauer und die Erhöhung des Patientenkomforts abzielen. Er gibt seine Sicht auf die rasanten Entwicklungen im Bereich der digitalen Zahnheilkunde und bietet Ausblick auf die IDS. Lesen Sie hier das komplette Interview!
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Vom 21. bis 25. März in Halle 10.1. Stand H20/J29.

Dr. Ralf Rauch, Geschäftsführer Deutschland-Österreich-Schweiz.

Dr. Ralf Rauch, Geschäftsführer Deutschland-Österreich-Schweiz

Nicht zuletzt das letzte Nobel Biocare Global Symposium in New York im Sommer 2016 zeigte wieder einmal die weltweite Reputation eines der größten Zahnersatz-Komplettanbieters. Viele der dort vorgestellten Innovationen kommen nun nach und nach auf den deutschen Markt. Zeit für eine Standortbestimmung – pip sprach mit Dr. Ralf Rauch, Geschäftsführer Nobel Biocare Deutschland-Österreich-Schweiz.

pip: Wo setzen Sie aktuell Ihre Schwerpunkte bei Materialien und Therapiekonzepten?

Dr. Rauch: Keine leichte Frage für einen so breit aufgestellten Anbieter wie uns, denn tatsächlich setzen wir gerade an verschiedenen Stellen an, um Versorgungen für unsere Anwender und deren Patienten einfacher, sicherer und schneller zu machen. Sicher geht es derzeit vor allem darum, die Konzepte deutlich zu verschlanken, ohne dabei an Sicherheit einzubüßen. Die Behandlungszeit am Stuhl wird durch neue Praxiskonzepte und eine hohe Zahl von (Zahnärztinnen und) Zahnärzten zunehmend geringer und damit wertvoller, sie muss also für die Bevölkerung effizienter genutzt werden. Produkte und Konzepte wie unser weiterentwickeltes Multi-unit Abutment Plus, provisorische Pfosten mit Snap-Funktion oder das On1-Restaurationskonzept, das eine Vielzahl von Zwischenschritten spart, zählen ebenso dazu wie die Weiterentwicklungen bei unserer NobelClinician Planungssoftware. Es kommt uns und vor allem unseren Anwendern aktuell sehr zugute, dass der digitale Workflow, der derzeit in aller Munde ist, bei uns bereits eine lange Tradition hat.

pip: Gutes Stichwort – wo sehen Sie da die Zukunft?

Dr. Rauch: Der digitale Workflow wird garantiert nie den Zahnarzt oder Chirurgen oder
Zahntechniker ersetzen können oder wollen. Das Konzept der prothetikorientierten Planung bekommt jedoch durch den digitalen Prozessablauf ganz neue Dimensionen und wird dadurch erst wirklich vollständig. Wir haben in dem Bereich nicht nur eine lange Tradition, sondern die Entwicklungen geschehen – nach engem Austausch mit Praxen sowie dem Sammeln von deren Erfahrungen und Know-how – auch alle in unserem eigenen Haus. Schnittstellen-Problematiken können so gar nicht erst entstehen oder werden – bei Anbindung externer Datenquellen – auf ein Minimum reduziert.

pip: Dafür verhaften Sie die Anwender mit einem geschlossenen System …

Dr. Rauch: Wenn ein „geschlossenes“ System so viele Variablen und Optionen bietet, werden Sie darin schwerlich irgendeine Limitierung entdecken. Da sind viele sogenannte offene Systeme weitaus begrenzter, weil sie sich auf Standardschnittstellen reduzieren müssen, während unsere Systeme eine viel größere Bandbreite bieten. In vielen Punkten haben wir nämlich ein offenes System: Kunden können etwa mit einem 3Shape-Scanner über OpenAccess bei NobelProcera produzieren lassen und somit hochpräzise Produkte zu einem günstigen Preis einkaufen; die NobelClinician Software lässt jetzt den Import von STL- Schnittstellen von intraoralen Scannern zu. Es handelt sich also schon lange nicht mehr um ein geschlossenes System.

pip: Worin sehen Sie die Gründe für die teilweise noch zögerliche Haltung einiger Praxen bei der Einrichtung digitaler Prozessketten?

Dr. Rauch: Mag sein, dass einige fürchten, noch nicht den ide- alen Zeitpunkt abzupassen – die Technologien entwickeln sich sehr dynamisch. Aber schauen Sie Ihr heutiges Mobiltelefon an und vergleichen Sie es mit Ihrem ersten – auch da gab es keinen idealen Zeitpunkt für den Einstieg, diese Technologie hat sich mit ihren Anwendern sehr dynamisch entwickelt und tut es noch heute. Den heute schlafwandlerisch sicheren Umgang damit haben auch nur diejenigen erworben, die diese neue Technik früh adaptiert und sich auch selbst mit jedem neuen Entwicklungsschritt weiterentwickelt haben. Hinsichtlich der Kosten ist die Rechnung eigentlich einfach – wer seine Praxisabläufe da realistisch übersieht, erkennt auch sofort die ebenso realistische Effizienzsteigerung und damit das schnelle Amortisierungspotenzial.

pip: In jüngster Zeit haben Sie das All-on- 4-Konzept stark in den Vordergrund gerückt …

Dr. Rauch: … das haben nicht nur wir, das haben unsere Patienten und Zahnärzte getan. Derzeit ist ein Viertel der deutschen Bevölkerung 60 Jahre und älter, und davon wiederum über zehn Prozent zahnlos. Wir reden also von vier Millionen Patienten, deren Gesundheit und Lebensqualität ganz massiv eingeschränkt ist. Noch nicht eingerechnet sind all jene, denen aufgrund schwerer Vorschädigungen eine baldige Zahnlosigkeit droht, und die alle eine sowohl zeitnahe als auch effiziente Versorgung wünschen. Auch hier blicken wir auf die längste Tradition und Erfahrung mit dieser Behandlungsoption zurück, und es macht uns stolz, diese für Patienten und ihr Leben oft lebensverändernde, weichenstellende Therapie mit einem so großen Schatz an Erfahrung anbieten zu können.

pip: Was haben Sie zur IDS in der Pipeline?

Dr. Rauch: Wir sprechen nicht nur dauernd mit unseren Kunden, sondern auch mit Zahnärzten und Zahntechnikern, die noch nicht Anwender unserer Produkte sind. Die sich daraus ergeben- den Ideen für Innovationen halten unsere Pipeline also nicht nur zur IDS, sondern konstant gut gefüllt. Aber Sie dürfen in Köln sowohl bei den restaurativen Optionen als auch beim digitalen Workflow wieder einige Neuheiten erwarten – ein Besuch an unserem Stand wird sich also in jedem Fall wieder lohnen.

pip: Herzlichen Dank, Herr Dr. Rauch, für dieses Gespräch.