Regenerative Materialien in der Implantologie

25. August 2017

Henrik Opelz (Senior Global Product Manager Regenerative Solutions, Nobel Biocare)
Henrik Opelz

Zu den etablierten Methoden bei der Augmentation des Implantatlagers gehören die regenerativen Therapien der gesteuerten Knochenregeneration (GBR) und der gesteuerten Geweberegeneration (GTR). Im Interview spricht Henrik Opelz (Senior Global Product Manager Regenerative Solutions, Nobel Biocare) über das Creos-Produktsortiment aus Knochenersatzmaterial und Membran.

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Herr Opelz, warum widmen Sie sich so intensiv regenerativen Materialien zur Knochenneubildung?

Auf dem Gebiet der regenerativen Biomaterialien sind derzeit viele Forschungsaktivitäten zu verzeichnen. Die Entwicklung regenerativer Materialien ist ein spannendes Thema, dem auch wir von Nobel Biocare ein hohes Zukunftspotenzial zurechnen. Als Gesamtlösungsanbieter in der Implantologie möchten wir unseren Kunden in diesem Umfeld praxisgerechte Produkte anbieten. Und laut aktuellen Marktzahlen werden global zirka 40 % aller Implantate in Verbindung mit regenerativen Maßnahmen gesetzt.

Warum haben Sie das Knochenersatzmaterial creos xenogain in Ihr Portfolio aufgenommen?

Das Produkt befindet sich seit dem Jahr 2005 auf dem Markt und wurde bislang hauptsächlich im asiatischen Raum vertrieben. Seither wurden mehr als 500.000 Patienten erfolgreich damit behandelt. creos xenogain ist ein bovines Material. In mehreren Audits wurde geprüft, ob das Material unseren Qualitätsanforderungen entspricht. Auch die guten Rückmeldungen der Kliniker sprechen für sich. So werden beispielsweise die Vielfalt der Applikationsformen und die Vorteile der Mischschale betont. Das Knochenersatzmaterial kann direkt in der Mischschale mit autologen Knochenchips oder steriler Kochsalzlösung angereichert werden. Der zusätzliche Einsatz eines sterilen Mischbehälters entfällt.

Regenerative Materialien in der Implantologie - creos
creos xenogain Knochenersatzmaterial ist steril in einem Fläschchen, einer Spritze oder einem Mischglas verfügbar. Hier wird die Darreichung in der Spritze bei einer Socket Preservation in regio 21 dargestellt. © Bastian Wessing

Wie beschreiben Sie die Erfahrungen bezüglich der Umbauvorgänge und der Knochenneubildung?

Wie bei allen Knochenersatzmaterialien spielt das richtige Verhältnis der Resorption des Materials versus Knochenaufbau und der Knochenremodellierung eine wichtige Rolle. creos xenogain agiert als langsam resorbierendes Gerüst und erhält somit ausreichend Raum für die angestrebte Regeneration des Knochens. Die Granulatpartikel integrieren im Laufe der Zeit in den neu gebildeten Knochen und schaffen die solide Grundlage für eine erfolgreiche Implantatinsertion.

Was sind Ihrer Ansicht nach Besonderheiten des Knochenersatzmaterials?

Es handelt sich um eine bovine deproteinisierte Knochenmatrix mit intakten Makro- und Mikrostrukturen. Das Knochenersatzmaterial wird in einem mehrstufigen chemischen und thermischen Aufbereitungsprozess gereinigt und von sämtlichen organischen Bestandteilen befreit. Die thermische Aufbereitung erfolgt bei zirka 600 °C. Bei dieser Temperatur bleibt die nanokristalline Struktur erhalten. Studien weisen darauf hin, dass der Erhalt einer dem menschlichen Knochen ähnlichen nanokristallinen Oberflächenstruktur die Osseokonduktivität des Materials begünstigen könnte. Das Endprodukt besteht aus reinem bovinem Hydroxylapatit. Besonderheiten sind zudem die vereinfachte klinische Anwendung, das strukturerhaltende Potenzial sowie das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

Was macht die vereinfachte klinische Anwendung aus?

Das Material hydriert, sobald es mit steriler Kochsalzlösung oder Patientenblut angereichert wird. Somit bleibt eine vorherige Präparation von creos xenogain erspart. creos xenogain kann während der Anwendung mit der Flüssigkeit benetzt werden und lässt sich selbst in größeren Mengen problemlos applizieren und an die Defektform adaptieren. Angeboten wird das Material in verschiedenen Applikationsformen und zwei verschiedenen Granulatgrößen, wobei die Homogenität der Partikel wichtig ist. So haben Materialanalysen ergeben, dass sich die Größe der kleinen Partikel zu mehr als 90 % im Bereich von 0,2 mm bis 0,4 mm bewegt.

Bitte beschreiben Sie die klinische Leistungsfähigkeit der Kollagenmembran creos xenoprotect!

creos xenoprotect ist eine natürliche porcine Kollagenmembran für GBR- und GTR-Indikationen. Eine extreme Reißfestigkeit vereinfacht das Fixieren der Membran. Zusätzlich zu optimalen Handhabungseigenschaften sind die mechanische Stabilität sowie die ausgezeichnete Gewebsintegration zu betonen. Es handelt sich um eine natürliche Kollagenmembran ohne chemische Quervernetzer. Die daraus resultierende Biokompatibilität ist in zahlreichen Studien belegt. Durch den schonenden Reinigungsprozess des Kollagens bleibt ein großer Teil der natürlichen Quervernetzung erhalten, woraus eine verlängerte Resorptionsdauer resultiert.

Gibt es zitierfähige Untersuchungen, die Ihre Unternehmensbotschaften bestätigen?

Selbstverständlich. Wir sind uns dieser Verantwortung bewusst und legen Wert darauf, die Aussagen zu Materialeigenschaften durch Untersuchungen und Studien zu belegen. Wir empfehlen, unsere hierfür eingerichtete Internetseite „www.creos.com“ zu besuchen. Hier erhält der Besucher eine Übersicht zu den jeweiligen Eigenschaften des Produktes und entsprechende Studienergebnisse, die diese belegen.
Vielen Dank für das Gespräch

Annett Kieschnick, Fachjournalistin

Quelle: MKG Chirurg 2-2017, Springer Medizin Verlag

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